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Hartz IV macht viele krank
Laut Techniker Krankenkasse hätten die Krankheitstage von Arbeitslosengeld I Empfängern seit Einführung der Hartz-IV-Gesetzgebung 2005 kontinuierlich zugenommen. Die Rate der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen sei beispielsweise in den letzten vier Jahren um 28 Prozent auf durchschnittlich 22,5 Krankheitstage angestiegen. Besonders auffällig aber sei die starke Zunahme von psychischen Erkrankungen oder Verhaltensstörungen. So hat sich die Krankheitsrate aufgrund psychischer Belastungen um 44 Prozent erhöht. Arbeitslose Frauen nähmen doppelt so viele Antidepressiva wie berufstätige Frauen ein. Arbeitslose Männer bekämen sogar 200 Prozent häufiger Mittel gegen Depressionen verschrieben als anderer Beschäftigte, so der Bericht.
„Arbeitslose sind von nahezu allen Diagnosen häufiger betroffen als jede andere Gruppe.
Besonders groß ist die Schere jedoch bei den psychischen Störungen“, erklärt Thomas Grobe vom Institut Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitssystemforschung (SEG) in Hannover, der die Daten ausgewertet hat. Die auffälligsten Veränderungen bei den Gesundheitsdaten hätten sich nach Einführung der Hartz-Reformen gezeigt. „Auch arbeitsmarktpolitische Maßnahmen haben deutliche Auswirkungen auf das Gesundheitswesen“, so Grobe.
Der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Ulrich Schneider, führt die Zunahme der Krankheitsfälle ebenfalls auf die Einführung von Hartz IV zurück. Gegenüber der Bild-Zeitung sagte er: „Hartz IV heißt, bereits nach einem Jahr Arbeitslosigkeit in die Armut zu stürzen. Der seelische Druck auf die Arbeitslosen und ihre Familien ist enorm und macht krank.“
Auch Michael Pausder, Pressesprecher des Sozialverbands VdK, sieht einem Zusammenhang zwischen den Krankheitsfällen und Hartz IV. „Die Zahlen zeigen einmal mehr, dass die Angst vor Hartz IV krank macht. Hier spielen vor allem die Sorge vor sozialem Abstieg und Armut eine große Rolle“, so Psauder gegenüber der Bild. |

